In-App-Käufe und Gutscheine
Ein In-App-Kauf ist ein Kauf, den du direkt innerhalb einer App tätigst, ohne die App zu verlassen, etwa eine zusätzliche Funktion, digitale Spielwährung oder ein einzelnes Kapitel in einer Lese-App. Abgerechnet wird ein In-App-Kauf über das beim Smartphone hinterlegte Zahlungsmittel oder über ein aufgeladenes Guthaben, und genau an dieser Stelle kommen Gutscheine und Guthabenkarten ins Spiel: Sie lassen sich in vielen Fällen anstelle von Karte oder Kontoverbindung nutzen, um In-App-Käufe zu bezahlen.
Wer eine Guthabenkarte für den App Store oder Google Play kauft, tut das oft, um die Ausgaben für In-App-Käufe bewusst zu begrenzen oder um ein Geschenk zu machen, ohne Zugriff auf fremde Zahlungsdaten zu geben. Wie das Guthaben dabei tatsächlich verrechnet wird und was mit einem kleinen Restbetrag passiert, ist weniger offensichtlich, als es zunächst scheint.
Was ein In-App-Kauf ist und wie er abgerechnet wird
Technisch läuft ein In-App-Kauf über den Store des jeweiligen Betriebssystems, nicht direkt über die App selbst, auch wenn die Auswahl innerhalb der App stattfindet. Der Store zieht den Betrag entweder sofort von einer hinterlegten Zahlungsmethode ein oder verrechnet ihn mit einem vorhandenen Guthaben auf dem Konto. Ist beides vorhanden, wird meist zuerst das Guthaben verwendet, bevor eine Karte oder ein anderes Zahlungsmittel belastet wird.
Gutscheine und Guthabenkarten für App Store und Google Play
Eine Guthabenkarte für einen App Store lädt einen festen Betrag auf das Konto, das dann für beliebige In-App-Käufe, App-Downloads oder digitale Inhalte innerhalb dieses Stores verwendet werden kann. Ein solcher Code lässt sich in der Regel nur in dem Land einlösen, für das die Karte ausgestellt wurde, und nur in dem Store, für den sie gedacht ist. Eine Karte für Google Play funktioniert also nicht im App Store und umgekehrt, unabhängig davon, wie ähnlich beide Systeme sich sonst verhalten.
Rechenbeispiel: Guthaben aufladen und In-App-Käufe bezahlen
Angenommen, du löst eine Guthabenkarte im Wert von 25 Euro ein. Ein einzelner In-App-Kauf in einem Spiel kostet 4,99 Euro. Fünf solcher Käufe summieren sich auf 24,95 Euro, sodass auf dem Konto noch 0,05 Euro Restguthaben übrig bleiben. Dieser kleine Betrag verfällt in der Regel nicht, bleibt aber auf dem Konto stehen, bis ein weiterer Kauf ihn mit aufbraucht, denn eine Auszahlung dieses Restbetrags bieten die gängigen Stores normalerweise nicht an.
Warum übrig bleibendes Guthaben selten zurückerstattet wird
Guthaben auf einem App-Store-Konto ist mit einer Geschenkkarte vergleichbar: Es ist für die Nutzung innerhalb des jeweiligen Stores gedacht, nicht für eine Auszahlung in Bargeld. Das gilt unabhängig davon, wie klein der verbleibende Betrag ist. Wie sich Geschenkkarten und Gutscheine grundsätzlich unterscheiden und was das für eine mögliche Rückerstattung bedeutet, erklärt der Beitrag Geschenkkarten und Gutscheine: Der Unterschied. Grundlegendes zu Rückerstattungen bei digitalen Käufen allgemein beschreibt außerdem der Beitrag Digitale Güter: Lizenzen und Rückerstattung.
In-App-Käufe in Spielen: Abo-Inhalte gegen Einmalkäufe
- Ein Einmalkauf, etwa ein bestimmtes Level oder ein einzelnes Item, wird einmal bezahlt und bleibt danach dauerhaft im Konto gespeichert.
- Ein Abo-Inhalt innerhalb einer App läuft dagegen wie ein eigenes kleines Abo weiter, mit wiederkehrender Abbuchung, bis er aktiv gekündigt wird.
- Guthaben von einer Guthabenkarte lässt sich für beide Formen verwenden, solange genug Betrag auf dem Konto vorhanden ist, wenn die jeweilige Abbuchung fällig wird.
Wird ein In-App-Abo über ein aufgeladenes Guthaben bezahlt und reicht der Betrag bei der nächsten Abbuchung nicht aus, greift der Store in der Regel automatisch auf die hinterlegte Karte zurück, sofern eine solche gespeichert ist.
Grenzüberschreitende In-App-Käufe und Ländereinstellungen
Ein Store-Konto ist an ein bestimmtes Land gebunden, das beim Einrichten des Geräts oder Kontos festgelegt wird und sich nicht beliebig oft ändern lässt. Eine Guthabenkarte, die für ein anderes Land gekauft wurde, etwa im Urlaub, lässt sich deshalb häufig gar nicht auf einem Konto einlösen, das auf ein anderes Land eingestellt ist. Für die Schweiz gelten eigene Regeln, und Store-Konten, die dort eingerichtet sind, rechnen in Franken ab. Eine Karte in Euro passt deshalb nicht zu einem Schweizer Konto, auch wenn der Betrag auf den ersten Blick gleich hoch wirkt. Wer regelmäßig zwischen mehreren Ländern unterwegs ist, sollte deshalb vor dem Kauf einer Guthabenkarte prüfen, für welches Land das eigene Konto tatsächlich eingerichtet ist.
Worauf du bei Rabattaktionen für In-App-Käufe achten solltest
Guthabenkarten selbst werden gelegentlich mit einem Bonus verkauft, etwa mehr Guthaben, als tatsächlich bezahlt wird, während einzelne In-App-Käufe innerhalb einer App seltener direkt rabattiert werden. Ein solcher Bonus auf eine Guthabenkarte lohnt sich nur, wenn du das aufgeladene Guthaben absehbar auch wirklich innerhalb desselben Stores ausgibst, da eine Übertragung zwischen unterschiedlichen Stores oder Plattformen nicht möglich ist. Aktuelle Gutscheine findest du in der Gutschein-Übersicht, sortiert nach Kategorie.
Häufige Fragen
Kann ich eine Guthabenkarte für den App Store auch für Google Play nutzen?
Nein. Eine Guthabenkarte gilt jeweils nur für den Store, für den sie ausgestellt wurde, und lässt sich nicht auf ein Konto eines anderen Systems übertragen.
Bekomme ich übriges Guthaben nach einem In-App-Kauf ausgezahlt?
In der Regel nicht. Ein Restbetrag bleibt als Guthaben auf dem Konto stehen und wird bei einem künftigen Kauf verrechnet, eine Auszahlung in Bargeld bieten die gängigen Stores normalerweise nicht an.
Kann ich einen In-App-Kauf widerrufen, wenn ich ihn versehentlich getätigt habe?
Digitale Inhalte, die sofort nach dem Kauf zur Verfügung stehen, unterliegen oft besonderen Regelungen beim Widerrufsrecht. Details dazu, wann eine Rückerstattung möglich ist, erklärt der weiter oben verlinkte Beitrag zu digitalen Gütern.
Läuft ein In-App-Abo automatisch weiter, wenn das Guthaben aufgebraucht ist?
Meist greift der Store dann auf eine zusätzlich hinterlegte Zahlungsmethode zurück. Ist keine vorhanden, wird die Abbuchung in der Regel gestoppt, bis wieder ausreichend Guthaben oder eine gültige Zahlungsmethode verfügbar ist.