Abo über App Store oder Google Play
Ein Abo, das über die Plattform läuft, nicht über die App selbst
Du richtest ein Abo direkt in einer App ein, tippst auf „Abonnieren“, und alles fühlt sich an wie ein normaler Kauf innerhalb dieser einen App. Technisch läuft im Hintergrund aber oft etwas anderes ab: Die eigentliche Zahlungsbeziehung besteht dann nicht mit dem Unternehmen hinter der App, sondern mit dem App-Store oder der Plattform, über die das Abo abgeschlossen wurde. Wer ein App Store Abo kündigen will, geht deshalb nicht über die App selbst, sondern über die Kontoeinstellungen dieser Plattform.
Für dich als Nutzerin oder Nutzer ist dieser Unterschied im Alltag kaum sichtbar, wird aber genau dann wichtig, wenn ein Abo beendet werden soll und die App dafür scheinbar keine passende Funktion anbietet.
Warum das Löschen der App ein Abo nicht beendet
Eine App zu löschen entfernt die Software vom Gerät, ändert aber nichts an einer bestehenden Zahlungsbeziehung, die unabhängig von der installierten App bei der Plattform gespeichert ist. Die nächste Abbuchung erfolgt deshalb ganz normal weiter, obwohl die App längst verschwunden ist und rein optisch nichts mehr an das Abo erinnert. Erst eine Kündigung in den Kontoeinstellungen der jeweiligen Plattform beendet die Abbuchung tatsächlich.
Wie du erkennst, ob dein Abo über eine Plattform abgerechnet wird
Ein Hinweis ist der Eintrag auf dem Kontoauszug: Steht dort statt des Namens der App der Name des App-Stores oder einer Zahlungsplattform, läuft die Abrechnung über diese Plattform statt direkt über den Anbieter. Auch in den Kontoeinstellungen des Geräts selbst lässt sich meist eine Liste aller dort abgeschlossenen Abos einsehen, unabhängig davon, von welchem Unternehmen die jeweilige App ursprünglich stammt. Diese Liste ist zuverlässiger als die Erinnerung daran, wo ein Abo einmal abgeschlossen wurde.
Wo die Kündigung tatsächlich passieren muss
Läuft ein Abo über eine Plattform, gehört die Kündigung in die Kontoeinstellungen genau dieser Plattform, nicht in ein Menü innerhalb der App selbst. Eine Kündigungs-E-Mail direkt an das Unternehmen hinter der App zu schreiben, hilft in diesem Fall oft wenig, weil dieses Unternehmen die Abrechnung technisch gar nicht selbst in der Hand hat. Wer unsicher ist, findet die Übersicht laufender Abos meist an derselben Stelle, an der auch andere über die Plattform getätigte Käufe aufgelistet werden.
Rechenbeispiel: zwei parallele Abrechnungswege
Manche Anbieter verlangen für dasselbe Abo unterschiedliche Preise, je nachdem, ob es direkt über die eigene Website oder über einen App-Store abgeschlossen wird, weil die Plattform für die Abwicklung eine Provision einbehält. Angenommen, ein Dienst kostet 7,99 Euro im Monat bei direkter Buchung über die Website, aber 8,99 Euro im Monat, wenn dasselbe Abo über einen App-Store abgeschlossen wird. Der Unterschied von 1 Euro im Monat wirkt zunächst klein, summiert sich über ein Jahr aber auf 12 Euro, allein für denselben Dienst mit demselben Funktionsumfang.
Rückerstattung bei einem Abo über eine Plattform
Auch bei einer Rückerstattung ist die Plattform der richtige Ansprechpartner, wenn das Abo dort abgeschlossen wurde, nicht das Unternehmen hinter der App selbst. Der Anbieter der App kann eine solche Rückerstattung häufig nicht direkt auslösen, weil die Zahlung technisch gar nicht bei ihm eingeht, sondern über die Plattform verrechnet wird. Eine Anfrage über die Kontoeinstellungen der Plattform ist deshalb der direktere Weg als eine Nachricht an die App selbst.
Kündigungsrechte je nach Land
Innerhalb der EU gilt beim ursprünglichen Abschluss eines Abos über eine Plattform grundsätzlich dasselbe gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen wie bei jedem anderen Fernabsatzgeschäft, unabhängig davon, ob die Abrechnung über den Anbieter direkt oder über einen App-Store läuft. Dieses Recht bezieht sich in erster Linie auf den ursprünglichen Vertragsschluss und ersetzt nicht den späteren, regulären Kündigungsweg über die Plattform selbst. Außerhalb der EU gelten eigene, landesspezifische Regeln, sodass dort die Kontoeinstellungen der jeweiligen Plattform der zuverlässigste Anhaltspunkt bleiben, wie eine Kündigung im Detail abläuft.
Geteilte Konten und Familienmitgliedschaften über eine Plattform
Wird ein Abo über eine Plattform mit mehreren Personen im selben Haushalt geteilt, liegt die eigentliche Kündigung meist bei dem Konto, über das die Zahlung ursprünglich eingerichtet wurde, nicht bei jedem einzelnen Mitglied. Kündigt diese eine Person das Abo in den eigenen Kontoeinstellungen, verlieren in der Regel auch alle anderen mitgenutzten Konten den Zugriff, sobald die laufende Abrechnungsperiode endet. Das lohnt sich vorher abzusprechen, damit eine Kündigung nicht überraschend für mehrere Personen gleichzeitig den Zugang beendet.
Den Überblick über mehrere Abrechnungswege behalten
Wer Abos sowohl direkt bei einzelnen Anbietern als auch über einen App-Store abgeschlossen hat, verliert leichter den Überblick, weil beide Wege getrennt verwaltet werden. Eine gemeinsame Liste, wie sie der Beitrag Abos im Überblick: Rechtzeitig kündigen statt vergessen beschreibt, hilft dabei, beide Wege gleichzeitig im Blick zu behalten. Läuft ein Abo noch innerhalb der ursprünglichen Testphase, gelten für die Kündigung ähnliche Fristen wie bei jedem anderen Probeabo, näher erklärt im Beitrag Probeabo kündigen: Fristen und Fallen. Wie sich Gutscheine und Rabattcodes bei laufenden Abos und Verträgen überhaupt einsetzen lassen, zeigt der Beitrag Gutscheine bei Abos und Verträgen. Antworten auf weitere allgemeine Fragen rund um Abos und Bestellungen bietet die Seite Häufige Fragen von daily-coupons.info.
Häufige Fragen
Warum finde ich in der App selbst keine Möglichkeit, das Abo zu kündigen?
Weil die eigentliche Abrechnung bei vielen Abos nicht über die App, sondern über die Plattform läuft, über die sie abgeschlossen wurden. Die Kündigung gehört deshalb in die Kontoeinstellungen dieser Plattform, nicht in ein Menü der App.
Beendet das Löschen der App automatisch das dazugehörige Abo?
Nein. Das Löschen entfernt nur die Software vom Gerät, während die Zahlungsbeziehung bei der Plattform unabhängig davon bestehen bleibt, bis sie dort aktiv gekündigt wird.
Warum kostet ein Abo über den App-Store manchmal mehr als direkt über die Website?
Weil manche Anbieter die Provision einpreisen, die eine Plattform für die Abwicklung einbehält. Dieser Aufschlag entfällt oft, wenn dasselbe Abo direkt über die eigene Website des Anbieters abgeschlossen wird.
An wen wende ich mich bei einer Rückerstattung für ein Abo über eine Plattform?
An die Plattform selbst, über deren Kontoeinstellungen das Abo abgeschlossen wurde, nicht direkt an das Unternehmen hinter der App. Diese kann die Abbuchung technisch häufig gar nicht selbst rückgängig machen.