Skiurlaub: Skipass online kaufen und sparen
Morgens um halb neun an der Talstation, die Kinder quengeln, und vor dir stehen dreißig Leute an der Kasse. Wer den Skipass online kaufen kann, fährt an dieser Schlange vorbei direkt zum Drehkreuz. Das ist der bequeme Teil. Der zweite Teil ist das Geld: In vielen Skigebieten kostet der Pass online weniger als an der Kasse, und der Unterschied hängt stark davon ab, wann du kaufst.
Gleichzeitig verkaufen Skigebiete heute ähnlich wie Fluglinien. Die Preise bewegen sich, Tarife sind an Tage gebunden, und Erstattungen sind nicht selbstverständlich. Dieser Beitrag erklärt, wie du beim Skiurlaub günstig an Pass und Ausrüstung kommst, ohne dich an die falschen Bedingungen zu binden.
Wie Skigebiete ihre Preise heute festlegen
Früher gab es eine Preisliste pro Saison, vielleicht mit Haupt- und Nebensaison. Viele Skigebiete sind davon abgerückt. Sie setzen auf schwankende Preise: Der Tagespass für einen Samstag in den Ferien kostet mehr als für einen Dienstag im Januar, und wer früh kauft, zahlt oft weniger als jemand, der erst am Vortag bucht. Nicht jedes Gebiet macht das, aber die Richtung ist klar.
Für dich heißt das: Der Preis, den ein Freund letztes Jahr bezahlt hat, sagt wenig über deinen. Wie schwankende Preismodelle funktionieren und woran du sie erkennst, beschreibt der Beitrag Dynamische Preise verstehen und erkennen.
Auch Skiverbünde gehören in diese Überlegung. Mehrere Gebiete schließen sich zusammen und verkaufen einen gemeinsamen Pass. Der ist teurer als der Pass für ein einzelnes Gebiet und lohnt sich nur, wenn du die anderen Gebiete wirklich anfährst. Wer eine Woche am selben Hang bleibt, zahlt mit dem Verbundpass für Pisten, die er nie sieht. Frag dich vorher, wie mobil du im Urlaub bist.
Skipass online kaufen: Frühbucher und Tagespreise
Steht dein Urlaubstermin fest, lohnt ein Blick in den Onlineshop des Skigebiets schon Wochen vorher. Frühbuchertarife gibt es in unterschiedlicher Form: als fester Rabatt bis zu einem Stichtag oder als Preis, der mit der Zeit steigt. Oft ist der günstige Tarif an genaue Tage gebunden. Wer dann krank wird oder bei Sturm nicht fahren kann, hat ein Problem.
Prüf deshalb vor dem Kauf, was im Fall der Fälle passiert. Manche Gebiete bieten eine Umbuchung gegen Gebühr an, andere eine Versicherung für den Skipass, wieder andere gar nichts. Bei Freizeitleistungen, die an ein festes Datum gebunden sind, greift das Widerrufsrecht in der EU häufig nicht. Die Details dazu stehen im Beitrag Widerrufsrecht bei Online-Einkäufen. In der Schweiz gelten ohnehin eigene Regeln.
Keycard, Pfand und Aufladen
Die meisten Skipässe sind heute Chipkarten. Für die Karte selbst wird oft ein Pfand fällig, das du bei der Rückgabe an einem Automaten oder der Kasse zurückbekommst. Wirf die Karte nach dem Urlaub also nicht in die Schublade, oder heb sie bewusst auf: Viele Gebiete erlauben, eine vorhandene Karte im nächsten Winter online wieder aufzuladen. Dann entfällt der Weg zur Abholstation.
Beim Online-Kauf wird der Pass entweder per Post geschickt, an einem Automaten im Tal ausgegeben oder direkt auf eine vorhandene Karte gebucht. Schau dir an, welche Variante zu deiner Anreise passt. Kommst du spät am Abend an und der Automat steht an einer anderen Talstation, verlierst du den Vorteil am ersten Morgen wieder.
Skiverleih online reservieren
Auch Verleihstationen haben die Online-Reservierung für sich entdeckt. Wer vorab bucht, zahlt häufig weniger als beim spontanen Leihen im Laden, und die passende Größe ist sicher da. Gerade in Ferienwochen sind Kinderski und Helme in gängigen Größen schnell vergriffen.
Gib bei der Reservierung Körpergröße, Gewicht, Schuhgröße und Fahrkönnen ehrlich an. Der Laden stellt danach die Bindung ein. Ein Helm gehört dazu, auch wenn er nicht im Paket steckt. Worauf du bei Größen und Normen von Sportausrüstung achtest, liest du im Beitrag Sportausrüstung: Auf Größe und Norm achten.
Rechenbeispiel: Familie, sechs Tage
Die Zahlen sind ein Beispiel. Zwei Erwachsene und ein Kind fahren sechs Tage Ski. An der Kasse kostet der Sechstagespass 330 Euro für Erwachsene und 165 Euro für das Kind, zusammen 2 mal 330 plus 165 Euro, also 825 Euro. Online mit Frühbuchertarif sind es 290 Euro und 145 Euro, zusammen 725 Euro. Das spart 100 Euro.
Beim Verleih kostet ein Set für sechs Tage im Laden 150 Euro, online reserviert 120 Euro. Für drei Personen sind das 450 Euro gegen 360 Euro, also 90 Euro weniger. Zusammen spart die Familie in diesem Beispiel 190 Euro. Dazu kommt das Kartenpfand: Bei 5 Euro pro Karte sind das 15 Euro, die du bei der Rückgabe wiederbekommst. Sie zählen also nicht zu den Kosten, solange keine Karte verloren geht.
Unterkunft und Zeitpunkt zusammen denken
Der Skipass ist nur ein Teil der Rechnung. Unterkünfte in Skiorten werden in den Ferien teuer und sind früh ausgebucht. Manche Vermieter geben Rabatt auf den Skipass, andere bieten Pakete aus Übernachtung und Pass an. Rechne nach, ob das Paket günstiger ist als beides einzeln. Hinweise zu Kaution und Endreinigung bei Ferienwohnungen findest du unter Ferienwohnung buchen.
Wer flexibel ist, fährt außerhalb der Schulferien. Die Pisten sind leerer, die Tagespreise niedriger, und die Hütte hat mittags einen freien Tisch. Für Reisen mit mehreren Familien hilft der Beitrag Buchen für Gruppen und Familien.
Häufige Fragen
Bekomme ich Geld zurück, wenn ich krank werde?
Das hängt vom Tarif ab. Viele günstige Online-Tarife sind nicht erstattbar. Manche Gebiete bieten eine Skipass-Versicherung an, die bei Krankheit oder Unfall einen Teil zurückzahlt. Die Bedingungen des Anbieters sagen, was gilt.
Ab welchem Alter zahlen Kinder den vollen Preis?
Das legt jedes Skigebiet selbst fest, oft nach Geburtsjahrgang. Schau in die Tarifliste und halte bei der Abholung einen Ausweis des Kindes bereit.
Lohnt sich ein Saisonpass?
Nur wenn du sehr oft fährst. Teile den Preis des Saisonpasses durch den Preis eines Tagespasses. Das Ergebnis ist die Zahl der Tage, ab der er sich rechnet.
Kann ich meinen Pass an jemand anderen weitergeben?
Mehrtagespässe sind meist personengebunden, manche mit Foto. Eine Weitergabe ist dann nicht erlaubt und kann bei einer Kontrolle zum Einzug des Passes führen.