Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Kosten
Eine Waschmaschine, ein Kühlschrank oder ein Geschirrspüler wird jahrelang genutzt, oft ein Jahrzehnt oder länger, und der Strom, bei manchen Geräten auch das Wasser, den es in dieser Zeit verbraucht, kann sich zu mehr summieren als der Preisunterschied zwischen zwei Modellen beim Kauf. Die Betriebskosten schon beim Kauf mit einzubeziehen, statt erst danach zu vergleichen, ist der vollständigere Weg, in dieser Kategorie einzukaufen. Steht das passende Gerät auf dieser Grundlage fest, senkt ein Gutscheincode oder Rabattcode den Kaufpreis, ohne die Kosten für den Betrieb in den folgenden Jahren zu verändern.
Das EU-Energielabel: A bis G, seit 2021 neu skaliert
Geräte, die in der EU verkauft werden, also auch in Deutschland und Österreich, tragen ein Energielabel, das sie von A, dem sparsamsten Wert, bis G, dem am wenigsten sparsamen, einstuft. Diese Skala wurde 2021 zurückgesetzt, nachdem das vorherige System mit zusätzlichen Pluszeichen wie A+++ so gestaucht war, dass die meisten Geräte am Markt ganz oben zusammengedrängt waren, was die Einstufung für einen echten Vergleich kaum noch nützlich machte. Bei der zurückgesetzten Skala bleibt Klasse A anfangs bewusst weitgehend oder ganz leer, um Raum für tatsächlich noch sparsamere Geräte in der Zukunft zu lassen, ohne gleich wieder eine neue Umstellung zu brauchen. Ein praktisches Resultat dieser Änderung: Ein Gerät, das unter der alten Skala hoch eingestuft war, kann unter der aktuellen einen spürbar niedrigeren Buchstaben tragen, obwohl sich sein tatsächlicher Energieverbrauch nicht verändert hat, nur die Bezugspunkte des Labels haben sich verschoben. Das Label nennt zusätzlich den geschätzten jährlichen Energieverbrauch in Kilowattstunden, eine Zahl, die zwischen zwei konkreten Modellen direkter vergleichbar ist als der Buchstabe allein, und seit der Überarbeitung 2021 enthält es außerdem einen QR-Code zu einer EU-Produktdatenbank, in der sich dieselben Werte mit den beim Hersteller hinterlegten Daten abgleichen lassen.
Die Schweizer Energieetikette: dasselbe Prinzip, eigenständig geregelt
Die Schweiz hat die EU-Regeln nicht einfach übernommen, sondern ein eigenes, davon unabhängiges Regelwerk, das dem EU-System inhaltlich nahekommt und ebenfalls mit einer Einstufung von A bis G arbeitet. Weil es ein eigenständiges Regelwerk bleibt, können sich Details und der zeitliche Ablauf von Anpassungen gegenüber der EU unterscheiden. Für den Einkauf in der Schweiz bedeutet das in der Praxis: Die Buchstaben-Einstufung liest sich ähnlich wie in der EU, und es lohnt sich genauso, die angegebene jährliche Verbrauchszahl in Kilowattstunden als zusätzlichen, direkt vergleichbaren Wert heranzuziehen statt sich allein auf den Buchstaben zu verlassen.
Mehr als nur den Buchstaben lesen
Die Hauptangabe des Energielabels beruht auf genormten Testbedingungen und einem typischen Nutzungsmuster, das nicht exakt zu den Gewohnheiten jedes einzelnen Haushalts passt. Zwei Geräte mit derselben Buchstaben-Einstufung können sich beim tatsächlichen jährlichen Verbrauch trotzdem unterscheiden, je nach Fassungsvermögen, denn das Label bezieht sich auf die typische Nutzung genau dieser Gerätegröße, nicht auf einen direkten Vergleich etwa eines kleinen mit einem großen Kühlschrank. Die angegebene Kapazität zusammen mit dem Label zu betrachten, nicht den Buchstaben allein, ergibt einen faireren Vergleich zwischen zwei ähnlichen Geräten.
Weitere Angaben, die sich auf demselben Label lohnen
- Geräuschpegel in Dezibel, wichtig für Geräte, die über Nacht laufen oder nah an einem Wohnbereich stehen, etwa ein Geschirrspüler in einer offenen Küche.
- Wasserverbrauch pro Zyklus, angegeben bei Waschmaschinen und Geschirrspülern, was die laufenden Kosten unabhängig vom Stromverbrauch beeinflusst.
- Fassungsvermögen, angegeben in Kilogramm bei Waschgeräten oder in Litern bei Kühl- und Gefriergeräten, das bestimmt, wie effizient sich das Gerät für seinen angegebenen Energiewert beladen lässt.
Lieferung, Anschluss und Entsorgung des alten Geräts
Große Geräte kommen meist mit einem vereinbarten Liefertermin statt mit gewöhnlicher Paketzustellung, und es lohnt sich, vor der Bestellung zu klären, ob Anschluss an vorhandene Wasser- oder Stromleitungen sowie die Mitnahme des alten Geräts inklusive oder gesondert berechnet werden, denn das kann die tatsächlichen Gesamtkosten spürbar stärker beeinflussen als ein kleiner Unterschied beim Gerätepreis selbst.
Gewährleistung und Rückgabe bei großen Geräten
In der EU, also auch in Deutschland und Österreich, gilt eine gesetzliche Gewährleistung von mindestens zwei Jahren für Mängel, unabhängig von einer separaten Herstellergarantie, und beim Online-Kauf grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht, auch wenn ein bereits installiertes und angeschlossenes Großgerät in der Praxis schwerer zurückzugeben ist, selbst wenn das rechtliche Recht dazu besteht. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Widerrufsrecht dieser Art; ob eine Rückgabe möglich ist, legt der jeweilige Händler in seinen eigenen Bedingungen fest, während eine gesetzliche Gewährleistung bei Mängeln auch dort besteht, allerdings nach anderen Regeln als in der EU. Die konkreten Liefer- und Rückgabebedingungen für ein Großgerät vor der Bestellung zu lesen, statt sie mit einem kleineren Kauf gleichzusetzen, erspart eine teure Überraschung, falls das Gerät doch zurückgehen muss.
Laufende Kosten vergleichen und nach einem Code schauen
Stehen Energielabel und Fassungsvermögen im Vergleich, lohnt sich zum Schluss ein Blick, ob ein aktueller Gutscheincode für den jeweiligen Händler gilt, denn Aktionen für Großgeräte sind rund um saisonale Verkaufsphasen üblich. Wir prüfen Codes für Hunderte Shops in vielen Ländern mehrmals täglich, aktuelle Angebote finden sich unter Haus & Garten, oder in der passenden US-Kategorie für eine Bestellung bei einem US-Händler.
Häufige Fragen
Warum zeigt ein früher mit A+++ bewertetes Gerät jetzt einen niedrigeren Buchstaben?
Die Neuskalierung 2021 hat die Bezugspunkte der gesamten A-bis-G-Skala zurückgesetzt, weil das vorherige System durch zu viele Geräte ganz oben zu gestaucht war. Der tatsächliche Energieverbrauch des Geräts hat sich dadurch nicht verändert, nur die Skala des Labels, weshalb ein Vergleich von Buchstaben vor und nach der Umstellung wenig aussagekräftig ist.
Ist die Schweizer Energieetikette dasselbe wie das EU-Label?
Sie ist inhaltlich sehr ähnlich aufgebaut, mit derselben A-bis-G-Skala, beruht aber auf einem eigenständigen Schweizer Regelwerk, das Aktualisierungen zeitlich anders handhaben kann als die EU. Für den Vergleich zweier Geräte reicht es in beiden Fällen, Buchstabe und die angegebene Kilowattstunden-Zahl gemeinsam zu betrachten.
Bedeutet eine höhere Energieeffizienzklasse automatisch, dass ein niedrigerer Kaufpreis eine falsche Ersparnis ist?
Nicht automatisch, denn der Unterschied bei den Betriebskosten hängt davon ab, wie stark das Gerät genutzt wird und wie hoch die örtlichen Strompreise sind. Die angegebene jährliche Verbrauchszahl mit der erwarteten eigenen Nutzung zu vergleichen, liefert eine genauere Antwort, als anzunehmen, eine bessere Einstufung zahle sich immer schnell aus.
Lässt sich ein großes Gerät genauso zurückgeben wie eine kleinere Online-Bestellung?
Die allgemeinen gesetzlichen Rechte gelten meist gleichermaßen, aber in der Praxis sind bereits installierte Großgeräte schwerer zurückzugeben, und Händler setzen häufig eigene Bedingungen für Abholung und Wiedereinlagerung. Die konkreten Liefer- und Rückgabebedingungen für dieses Gerät vor der Bestellung zu prüfen, ist verlässlicher, als von Standardbedingungen auszugehen.