Was du zurückbekommst, wenn ein Rabattcode dabei war
Bei einer Gutschein-Rückgabe erstattet dir ein Shop das, was du tatsächlich bezahlt hast, nicht den ursprünglichen Preis ohne Rabatt. Hast du einen Artikel mit einem Gutscheincode günstiger gekauft, bekommst du bei einer vollständigen Rückgabe genau diesen reduzierten Betrag zurück. Der Code selbst wird dabei nicht neu ausgestellt oder verlängert. Er war für den einen Kauf gedacht und ist mit der Rückgabe erledigt.
Wer nach der Rückerstattung den vollen Originalpreis erwartet, verwechselt zwei unterschiedliche Dinge: Bezahlt hast du den reduzierten Betrag, und genau der kommt zurück, nicht mehr und nicht weniger.
Wenn ein Mindestbestellwert ins Spiel kommt
Komplizierter wird es, wenn der genutzte Code an einen Mindestbestellwert gebunden war und du nur einen Teil der Bestellung zurückschickst. Fällt der verbleibende Warenwert nach der Rückgabe unter diese Grenze, geht ein Shop unterschiedlich damit um. Manche rechnen den Rabatt anteilig auf die verbleibenden Artikel um und zahlen dementsprechend etwas weniger zurück, als du auf den ersten Blick erwartet hättest. Andere ziehen den kompletten Rabattbetrag von der Rückerstattung ab, wenn die Mindestbestellwert-Bedingung durch die Teilrückgabe nicht mehr erfüllt ist.
Welche Variante gilt, steht meist in den Bedingungen zum jeweiligen Code oder in den allgemeinen Rückgabebedingungen des Shops. Ein kurzer Blick dorthin vor der Teilrückgabe erspart eine unangenehme Überraschung.
Ein Rechenbeispiel mit zwei Hosen
Angenommen, du bestellst zwei Hosen zu je 40 Euro, macht 80 Euro, und nutzt einen Code mit 20 Prozent Rabatt ab einem Mindestbestellwert von 60 Euro. Bezahlt hast du damit 64 Euro. Nun gefällt dir eine der beiden Hosen nicht, und du schickst sie zurück. Der verbleibende Warenwert der behaltenen Hose liegt bei 40 Euro, also unter der 60-Euro-Grenze des Codes.
Ein Shop, der in diesem Fall den Rabatt für die Rücksendung streicht, berechnet die behaltene Hose nachträglich mit vollen 40 Euro. Von den bezahlten 64 Euro bekommst du dann nur 24 Euro zurück. Andere Shops rechnen den Rabatt anteilig und erstatten genau den Anteil, den die zurückgeschickte Hose am rabattierten Gesamtbetrag hatte, hier also 32 Euro. Beide Vorgehen kommen vor.
Prozentrabatt oder fester Betrag: ein Unterschied bei der Rückgabe
Ob eine Teilrückgabe kompliziert wird, hängt auch von der Art des Rabatts ab. Ein Prozentrabatt lässt sich auf jeden einzelnen Artikel der Bestellung umrechnen, weil er von Anfang an prozentual auf den Gesamtbetrag wirkte. Eine anteilige Erstattung ist hier rechnerisch einfach. Ein fester Rabattbetrag, etwa 10 Euro auf die gesamte Bestellung, lässt sich dagegen nicht ohne Weiteres einem einzelnen Artikel zuordnen.
Manche Shops verteilen einen festen Betrag anteilig nach Artikelwert, andere ziehen ihn komplett von der ersten Rücksendung ab, ganz gleich wie viele Artikel am Ende zurückgehen. Bei größeren Bestellungen mit mehreren Artikeln lohnt sich deshalb ein Blick in die Regel zum jeweiligen Code schon vor dem Kauf, nicht erst wenn eine Rücksendung längst unterwegs ist.
Zweites Beispiel: fester Betrag statt Prozent
Nimm dieselbe Bestellung noch einmal, diesmal mit einem anderen Code: 10 Euro Rabatt ab 60 Euro Warenwert, statt 20 Prozent. Für die beiden Hosen zu je 40 Euro zahlst du damit 70 Euro. Schickst du eine Hose zurück, bleibt ein Warenwert von 40 Euro übrig, wieder unter der Grenze von 60 Euro.
Ein Shop, der jetzt streng nach Bedingung vorgeht, zieht den kompletten Rabatt von der Rückerstattung ab und zahlt dir nur die 40 Euro des Einzelpreises, abzüglich der 10 Euro, die eigentlich der ganzen Bestellung galten. Damit bekommst du effektiv 30 Euro zurück, nicht die 35 Euro, die dem anteiligen Wert deiner Rücksendung entsprächen. Genau dieser Unterschied zwischen anteiliger und vollständiger Streichung eines festen Rabatts macht es sinnvoll, die Bedingungen des jeweiligen Codes vor dem Kauf zu kennen, nicht erst bei der Rücksendung.
Guthaben statt Geld zurück: worauf du achten kannst
Manche Shops bieten bei einer Rückgabe statt einer klassischen Rückerstattung auf das Zahlungsmittel ein Guthaben für einen künftigen Einkauf an. Das kann praktisch sein, wenn du ohnehin wieder bei demselben Shop kaufen willst, schränkt dich aber ein, wenn du das Geld eigentlich anderswo brauchst. Ob ein Guthaben oder eine Rückerstattung auf das ursprüngliche Zahlungsmittel angeboten wird, steht meist schon während des Rückgabeprozesses zur Auswahl. Ein Blick darauf lohnt sich, bevor du bestätigst, denn nachträglich lässt sich diese Wahl bei manchen Shops nur schwer ändern.
Was ein Shop tun darf und was nicht
Innerhalb der EU steht dir bei den meisten Online-Käufen ein Widerrufsrecht von 14 Tagen zu, unabhängig davon, ob ein Rabattcode im Spiel war. Dieses Recht kann ein Shop nicht durch die Art eines Gutscheins aushebeln. Wie der Shop den Rückerstattungsbetrag bei einem Rabatt berechnet, steht in seinen Bedingungen. Ausgangspunkt ist immer das, was du tatsächlich gezahlt hast.
In der Schweiz gilt kein gesetzliches Widerrufsrecht für Online-Käufe. Dort hängt eine Rückgabemöglichkeit stärker von der Kulanz des jeweiligen Anbieters und seinen eigenen Bedingungen ab, die von Shop zu Shop unterschiedlich ausfallen.
Worauf du vor einer Teilrückgabe achten solltest
- Prüfe, ob der genutzte Code an einen Mindestbestellwert gebunden war, bevor du nur einen Teil der Bestellung zurückschickst.
- Rechne grob durch, was nach der Rückgabe an Warenwert übrig bleibt, und vergleiche das mit der Bedingung des Codes.
- Lies die Rückgabebedingungen des Shops, bevor du die Sendung zur Post bringst, nicht erst danach.
- Bei Unsicherheit hilft oft eine kurze Anfrage beim Kundenservice vor der Rücksendung, statt nach der Erstattung zu reklamieren.
Mehr zu den Rahmenbedingungen von Rücksendungen liest du im Beitrag Rückgabe und Rücksendekosten, das Widerrufsrecht selbst erklären wir ausführlicher im Beitrag zum Widerrufsrecht bei Online-Einkäufen. Wie Mindestbestellwerte und Ausschlüsse bei Gutscheinen im Detail funktionieren, steht im Beitrag Mindestbestellwert, Ausschlüsse, Kombinierbarkeit. Aktuelle Codes für viele Shops findest du auf der Seite Gutscheine.
Häufige Fragen
Bekomme ich den Rabattcode erneut, wenn ich den Artikel zurückschicke?
Nein. Der Code war für den ursprünglichen Kauf gedacht und wird durch die Rückgabe nicht neu ausgestellt oder verlängert. Du bekommst den bezahlten, bereits reduzierten Betrag zurück, nicht einen neuen Gutschein.
Was passiert, wenn der Mindestbestellwert nach der Rückgabe nicht mehr erreicht wird?
Das hängt von den Bedingungen des jeweiligen Shops ab. Manche rechnen den Rabatt anteilig um, andere ziehen ihn komplett von der Rückerstattung ab. Ein Blick in die Rückgabebedingungen vor dem Zurückschicken schafft hier Klarheit.
Gilt das Widerrufsrecht auch, wenn ich mit Rabattcode gekauft habe?
Ja. Das 14-tägige Widerrufsrecht bei Online-Käufen in der EU hängt nicht davon ab, ob ein Rabattcode genutzt wurde. Es bezieht sich auf den Kauf als solchen, erstattet wird der tatsächlich gezahlte Betrag.
Ist das in der Schweiz genauso geregelt?
Nicht automatisch. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Widerrufsrecht für Online-Käufe, eine Rückgabemöglichkeit richtet sich dort nach den eigenen Bedingungen des jeweiligen Shops.