Geschenkkarten sicher kaufen und verwalten
Ein Guthaben, das erst nach dem Kauf zählt
Du kaufst eine Geschenkkarte, entweder als Geschenk für jemand anderen oder für dich selbst, und ab diesem Moment steckt in einem Stück Plastik oder einem digitalen Code ein Geschenkkarte-Guthaben, das erst noch eingelöst werden muss. Anders als bei Bargeld oder einer Bankkarte gibt es bei einer verlorenen oder gestohlenen Geschenkkarte selten einen einfachen Weg, das Guthaben zurückzubekommen, weshalb sich schon beim Kauf ein paar zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen lohnen.
Wie sicher eine Geschenkkarte tatsächlich ist, hängt stark davon ab, wo du sie kaufst, wie du sie aufbewahrst und wie genau du das restliche Guthaben im Blick behältst.
Wo der Kauf einer Geschenkkarte am sichersten ist
Der direkte Kauf beim ausgebenden Shop selbst, entweder im Laden oder über dessen eigene Website, gilt als der verlässlichste Weg, weil die Karte dort zum vollen Wert und mit vollständiger Historie ausgestellt wird. Geschenkkarten aus inoffiziellen Wiederverkaufskanälen tragen dagegen ein höheres Risiko, bereits teilweise ausgegeben, ungültig oder an einen betrügerischen Ursprungskauf gebunden zu sein, den der ausgebende Händler später sperrt. Eine Übersicht der jeweiligen Shops hilft dabei, die offizielle Verkaufsstelle für eine bestimmte Geschenkkarte zu finden, statt sich auf eine unbekannte Zwischenquelle zu verlassen.
Warum eine im Laden gekaufte physische Karte besondere Vorsicht verdient
Bei physischen Geschenkkarten im Ladenregal kommt ein zusätzliches Risiko hinzu, das bei einem Online-Kauf nicht besteht: Manipulation direkt am Regal. Jemand kann den auf der Kartenrückseite aufgedruckten Aktivierungscode notieren oder abfotografieren und die Karte anschließend unauffällig zurücklegen, bevor sie überhaupt jemand kauft. Sobald ein anderer Kunde diese Karte kauft und auflädt, beobachtet die Person mit dem notierten Code das Guthaben und gibt es aus, bevor die eigentliche Käuferin oder der eigentliche Käufer die Karte überhaupt einlöst. Eine Karte mit sichtbaren Kratzspuren an der Schutzfolie über dem Code oder einer bereits abgelösten Verpackung sollte deshalb im Regal bleiben.
Die Aktivierung sofort prüfen
Nach dem Kauf lohnt sich ein direkter Blick auf den Kontostand der Karte, entweder über die auf der Karte angegebene Prüfmöglichkeit oder beim ersten Einlösungsversuch mit einem kleinen Betrag. Zeigt die Karte von Anfang an ein niedrigeres Guthaben als bezahlt oder lässt sich der angegebene Betrag gar nicht erst bestätigen, ist das ein klares Warnzeichen, das sich am besten sofort beim Verkäufer meldet, solange der Kaufbeleg noch vorliegt. Je länger zwischen Kauf und erster Prüfung vergeht, desto schwerer lässt sich später nachweisen, dass das Guthaben von Anfang an nicht vollständig war.
Rechenbeispiel: eine Geschenkkarte über mehrere Einkäufe
Angenommen, eine Geschenkkarte wird mit 50 Euro Guthaben gekauft und beim ersten Einkauf für einen Artikel im Wert von 32 Euro eingelöst. Auf der Karte verbleiben rechnerisch 18 Euro Restguthaben, das bei einem späteren Einkauf erneut eingesetzt werden kann. Reicht das Restguthaben bei diesem zweiten Einkauf nicht für den vollen Warenwert, etwa bei einem Artikel für 25 Euro, wird üblicherweise die Differenz von 7 Euro über eine andere Zahlungsart beglichen, sodass die Geschenkkarte vollständig aufgebraucht wird, statt einen kleinen Restbetrag ungenutzt zu lassen.
Worauf beim Verwalten mehrerer Geschenkkarten zu achten ist
- Kaufbeleg und Kartennummer getrennt vom physischen Code aufbewahren, damit bei Verlust wenigstens ein Nachweis über den Kauf besteht.
- Ein eventuell angegebenes Ablaufdatum oder eine Inaktivitätsgebühr nach längerer Nichtnutzung im Blick behalten, denn beides unterscheidet sich je nach Herausgeber und Land.
- Das Restguthaben nach jedem Einkauf notieren oder über die Prüfmöglichkeit der Karte kontrollieren, statt sich allein auf die Erinnerung zu verlassen.
- Mehrere kleine Geschenkkarten eher zeitnah einlösen, statt sie über Jahre aufzubewahren, weil ein Herausgeber in dieser Zeit selbst schließen oder seine Bedingungen ändern kann.
Wenn eine Geschenkkarte als Zahlungsaufforderung missbraucht wird
Ein bekanntes Betrugsmuster verlangt die Bezahlung einer angeblichen Schuld, eines Bußgelds oder einer Dienstleistung ausschließlich über den Code einer Geschenkkarte. Kein seriöser Ansprechpartner verlangt eine Zahlung auf diesem Weg, weil eine Geschenkkarte für diesen Zweck nicht vorgesehen ist und ein einmal weitergegebener Code kaum zurückzuverfolgen ist. Wird eine solche Zahlungsweise gefordert, verbunden mit Zeitdruck oder Drohungen, handelt es sich so gut wie sicher um einen Betrugsversuch, unabhängig davon, wie überzeugend die Geschichte dahinter klingt.
Der Unterschied zu einem Rabattcode
Eine Geschenkkarte trägt einen eigenen, vorab bezahlten Wert und unterscheidet sich damit deutlich von einem Rabattcode, der lediglich den Preis einer Bestellung senkt, ohne selbst einen Geldwert zu speichern. Wo genau die Grenze zwischen beiden verläuft und was das für die jeweiligen Risiken bedeutet, erklärt der Beitrag zu Geschenkkarten und Gutscheinen ausführlicher. Ob beim Online-Kauf einer Geschenkkarte das Widerrufsrecht bei Online-Einkäufen greift, hängt vom Einzelfall ab. Frag im Zweifel vor dem Kauf nach.
Häufige Fragen
Kann ich eine gestohlene Geschenkkarte sperren lassen wie eine Bankkarte?
Das hängt vom Herausgeber ab. Manche Anbieter registrieren Geschenkkarten mit Kaufbeleg und können ein Restguthaben bei Diebstahl sperren oder übertragen, andere behandeln eine physische Karte wie Bargeld ohne diese Möglichkeit.
Woran erkenne ich eine bereits manipulierte Karte im Regal?
Achte auf Kratzspuren an der Schutzfolie über dem Aktivierungscode, eine bereits abgelöste Verpackung oder Codes, die ungewöhnlich leicht sichtbar sind, ohne dass eine Schutzschicht entfernt werden musste. Solche Karten besser nicht kaufen oder direkt beim Personal melden.
Verfällt ein Geschenkkarten-Guthaben automatisch nach einer bestimmten Zeit?
Das ist je nach Land und Herausgeber unterschiedlich geregelt. Manche Karten haben ein festes Ablaufdatum oder eine Gebühr nach längerer Nichtnutzung, andere bleiben zeitlich unbegrenzt gültig. Die genauen Bedingungen stehen üblicherweise auf der Karte oder ihrer Verpackung.
Was mache ich mit einem kleinen Restguthaben, das für keinen Einkauf mehr reicht?
Viele Shops erlauben, ein Restguthaben mit einer anderen Zahlungsart zu einem größeren Betrag zu kombinieren, sodass es nicht ungenutzt verfällt. Ob das möglich ist, zeigt sich meist direkt an der Kasse, wenn die Karte eingegeben wird.