Geschenkkarten für andere Länder
Eine Geschenkkarte für jemanden im Ausland kaufen
Deine Cousine lebt seit einem Jahr in einem anderen Land, und statt ein Paket zu verschicken, willst du ihr einfach eine Geschenkkarte für ihren Lieblingsshop schicken. Eine Geschenkkarte ins Ausland zu verschenken klingt nach der einfachsten Lösung überhaupt: digital und ohne Versandkosten. In der Praxis ist genau das aber der Punkt, an dem viele Karten scheitern, weil sie an einen bestimmten Länder-Shop desselben Anbieters gebunden sind und nicht automatisch überall funktionieren, wo der Name auf der Karte steht.
Der Grund liegt selten in böser Absicht, sondern darin, wie Online-Shops technisch aufgebaut sind: Viele Anbieter betreiben pro Land oder Sprachraum eine eigene Version ihres Shops, mit eigenem Warenangebot, eigener Währung und einem eigenen System für Konten und Guthaben.
Warum Ländergrenzen bei Geschenkkarten überhaupt eine Rolle spielen
Ein und derselbe Markenname kann hinter mehreren, technisch getrennten Shops stehen, einem pro Land oder Region. Eine Geschenkkarte, die für den Shop in einem bestimmten Land ausgegeben wurde, ist dann meist ausschließlich für genau diesen Shop gedacht und wird von der Version für ein anderes Land gar nicht erkannt, selbst wenn beide Seiten optisch fast identisch aussehen. Das betrifft nicht nur physische Karten, sondern genauso Codes, die rein digital verschickt werden.
Für dich als Käuferin oder Käufer bedeutet das: Der Wohnort der beschenkten Person entscheidet, welche Version der Karte überhaupt sinnvoll ist, nicht dein eigener Wohnort oder der Shop, den du selbst normalerweise nutzt.
Währung und Umrechnung bei einer Geschenkkarte
Kaufst du eine Karte in Euro für jemanden außerhalb des Euroraums, zeigt der Zielshop das Guthaben oft in der dortigen Landeswährung an, nicht in Euro. Wie die genaue Umrechnung aussieht, hängt vom jeweiligen Anbieter und vom Wechselkurs ab, worüber sich mehr im Beitrag Wechselkurse und Kartengebühren im Ausland nachlesen lässt. Wichtig ist vor allem, dass der aufgedruckte Eurobetrag nicht zwangsläufig eins zu eins in der Landeswährung ankommt.
Angenommen, du kaufst für 25 Euro eine Geschenkkarte, die im Zielland in einer anderen Währung eingelöst wird, und der Umrechnungskurs an diesem Tag liegt in diesem Beispiel bei 1 Euro zu 1,08 der jeweiligen Fremdwährung. Rechnerisch ergäben sich dann rund 27 Einheiten dieser Fremdwährung, kein glatter Betrag, sondern das Ergebnis eines schwankenden Kurses, der sich von Tag zu Tag leicht verschiebt.
Wie du vor dem Kauf prüfst, ob eine Karte im Zielland funktioniert
Der zuverlässigste Weg ist, vor dem Kauf auf der Seite des jeweiligen Anbieters nachzusehen, für welche Länder eine bestimmte Geschenkkarte überhaupt gilt. Viele Shops geben das direkt bei der Karte selbst an, etwa als Hinweis auf ein bestimmtes Länder-Kürzel oder eine Sprache. Fehlt eine solche Angabe völlig, lohnt sich eine kurze Nachfrage beim Kundenservice, bevor Geld für eine Karte ausgegeben wird, die am Ende im falschen Shop landet.
Eine einfache Kontrollfrage hilft dabei fast immer weiter: Bestellt die beschenkte Person normalerweise über eine bestimmte Webadresse oder App-Version, sollte die Karte genau für diese Version gedacht sein, nicht für die, die du selbst gewohnheitsmäßig nutzt.
Digitale Zustellung als einfacherer Weg über Ländergrenzen
Eine digital verschickte Geschenkkarte spart zwar Versandkosten und Wartezeit gegenüber einer physischen Karte, löst das Länderproblem aber nicht von allein. Der Code selbst bleibt an denselben, länderspezifischen Shop gebunden wie eine physische Karte. Der einzige Unterschied ist der Versandweg: eine E-Mail statt ein Umschlag, während die eigentliche Einschränkung auf den richtigen Länder-Shop bestehen bleibt.
Rückgabe und eigene Regeln je nach Land
Innerhalb der EU gilt für Online-Käufe grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen, das aber vor allem den ursprünglichen Kauf betrifft und nichts daran ändert, ob eine Karte im Zielland technisch überhaupt funktioniert. In der Schweiz gelten eigene Regeln: Sie ist kein Mitglied der EU und kennt kein gesetzliches Widerrufsrecht für Online-Käufe. Wer eine Karte über Ländergrenzen hinweg verschenkt, sollte sich deshalb weniger auf ein pauschales Rückgaberecht verlassen als auf die vorherige Prüfung, ob die Karte am Zielort überhaupt einlösbar ist.
Eine Alternative, wenn die passende Karte fehlt
Findet sich für das Zielland keine passende Geschenkkarte, bleibt oft nur, direkt über den dortigen Shop einzukaufen und die Lieferung an die beschenkte Person zu adressieren, statt den Umweg über eine Karte zu gehen. Wie du beim Verschenken einer Karte innerhalb desselben Landes das Risiko eines Verlusts kleiner hältst, beschreibt der Beitrag Gutscheinkarten verschenken: Verlust, Verfall. Eine Übersicht, wie sich Geschenkkarten grundsätzlich von einem einfachen Rabattcode unterscheiden, bietet der Beitrag Geschenkkarten und Gutscheine: Der Unterschied. Eine Liste vieler Shops findest du in der Shop-Übersicht von daily-coupons.info.
Häufige Fragen
Kann ich eine Geschenkkarte einfach in jedem Land des Anbieters einlösen?
Nicht zuverlässig. Viele Anbieter betreiben pro Land eine eigene Shop-Version, und eine Karte gilt in der Regel nur für die Version, für die sie ausgegeben wurde. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die Länderangabe der Karte.
Warum wird der Wert meiner Karte im Zielland anders angezeigt?
Weil viele Shops außerhalb des Euroraums das Guthaben in der jeweiligen Landeswährung anzeigen. Der ursprünglich gezahlte Eurobetrag wird dann anhand des aktuellen Wechselkurses umgerechnet, der täglich leicht schwanken kann.
Ist eine digitale Karte über Ländergrenzen hinweg einfacher als eine physische?
Beim Versand ja, weil keine Post nötig ist. Am eigentlichen Länderproblem ändert das aber nichts, da der Code weiterhin nur für den vorgesehenen Länder-Shop gedacht ist.
Was mache ich, wenn eine gekaufte Karte im Zielland nicht funktioniert?
Der erste Schritt ist der Kundenservice des ausgebenden Shops, am besten mit Kaufbeleg. Eine Garantie auf Rückerstattung gibt es dabei nicht immer, weshalb eine Prüfung vor dem Kauf der sicherere Weg bleibt.