Monitor kaufen: Auflösung, Hz, Anschlüsse
Drei Zahlen, die zusammen mehr aussagen als einzeln
Willst du einen Monitor kaufen, stößt du schnell auf drei Werte, die auf dem Preisschild besonders hervorgehoben werden: die Auflösung, die Bildwiederholrate in Hertz und die Bildschirmgröße in Zoll. Isoliert betrachtet sagt keine dieser Zahlen viel darüber aus, ob ein Monitor zu deinem Einsatzzweck passt. Ein hochauflösender Bildschirm mit hoher Bildwiederholrate lohnt sich für schnelle Spiele oder Videoschnitt, bringt aber wenig, wenn der angeschlossene Rechner die dafür nötige Leistung gar nicht liefert.
Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Werte so ein, dass sich zwei Angebote sinnvoll vergleichen lassen, unabhängig davon, welche Marke oder welches Modell am Ende infrage kommt.
Auflösung: nur im Verhältnis zur Bildschirmgröße sinnvoll
Die Auflösung gibt an, wie viele Bildpunkte auf die Fläche des Monitors passen, üblich sind Stufen wie Full HD, WQHD oder 4K. Eine höhere Auflösung auf einem kleinen Bildschirm macht Text und Symbole vor allem kleiner, nicht spürbar schärfer, weil die Bildpunkte dichter zusammenrücken, ohne dass das Auge den Unterschied bei normalem Sitzabstand noch auflösen kann. Erst ab einer bestimmten Bildschirmgröße wird eine höhere Auflösung auch bei üblichem Sitzabstand deutlich sichtbar. Willst du also von einer höheren Auflösung wirklich profitieren, gehört eine passend große Bildschirmdiagonale dazu, nicht die Auflösung allein.
Bildwiederholrate in Hz: für wen sie wirklich zählt
Die Bildwiederholrate gibt an, wie oft der Monitor das Bild pro Sekunde aktualisiert. Für Textarbeit, Videostreaming oder gelegentliches Surfen reicht die Standardrate völlig aus, ein spürbarer Unterschied zu einer höheren Rate zeigt sich hier kaum. Bei schnellen Spielen dagegen macht eine hohe Bildwiederholrate die Bewegung im Bild sichtbar flüssiger und verkürzt die wahrgenommene Reaktionszeit. Wichtig ist dabei, dass die angeschlossene Grafikkarte auch tatsächlich so viele Bilder pro Sekunde liefern kann, sonst bleibt die hohe Bildwiederholrate des Monitors ungenutzt.
Panel-Typ: Farbtreue gegen Reaktionszeit
Neben Auflösung und Bildwiederholrate unterscheiden sich Monitore im verbauten Panel-Typ, der Farbtreue, Blickwinkel und Reaktionszeit beeinflusst. Panels mit besonders originalgetreuer Farbwiedergabe und weitem Blickwinkel eignen sich gut für Bildbearbeitung oder Videoschnitt, reagieren im direkten Vergleich aber häufig etwas langsamer als Panels, die vor allem auf kurze Reaktionszeiten für schnelle Spiele ausgelegt sind. Welcher Typ die bessere Wahl ist, hängt also stärker vom vorgesehenen Einsatzzweck ab als davon, welcher Panel-Typ allgemein als hochwertiger gilt.
Anschlüsse: die Überraschung, die sich vermeiden lässt
Bevor ein Monitor bestellt wird, lohnt sich ein Blick auf die vorhandenen Anschlüsse, damit am Liefertag kein zusätzlicher Adapter fehlt.
- Ob ein DisplayPort-Anschluss vorhanden ist, der bei vielen aktuellen Grafikkarten die höchste Bildwiederholrate bei hoher Auflösung überträgt.
- Welche HDMI-Version verbaut ist, da ältere Versionen hohe Auflösung und hohe Bildwiederholrate nicht gleichzeitig unterstützen.
- Ob ein USB-C-Anschluss mit Bild- und Ladefunktion vorhanden ist, was bei manchen Laptops ein einzelnes Kabel für Bild und Stromversorgung ermöglicht.
- Ob genug Anschlüsse für die geplante Anzahl an Geräten vorhanden sind, falls mehrere Rechner an denselben Monitor angeschlossen werden sollen.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Angenommen, du vergleichst zwei Monitore. Monitor A kostet 179 Euro, bietet Full HD und eine Standard-Bildwiederholrate. Monitor B kostet 259 Euro, bietet WQHD-Auflösung und eine deutlich höhere Bildwiederholrate, braucht für die volle Bildwiederholrate aber eine DisplayPort-Verbindung, und das passende Kabel liegt nicht bei. Ein solches Kabel kostet in diesem Beispiel zusätzlich 25 Euro, macht Monitor B in Summe 284 Euro. Der Preisunterschied zu Monitor A liegt damit bei 105 Euro, nicht bei den ursprünglich beworbenen 80 Euro. Erst wenn du diese Zusatzkosten kennst, lässt sich seriös entscheiden, ob dir die höhere Auflösung und Bildwiederholrate den Aufpreis wert sind.
Ergonomie und Standfuß nicht unterschätzen
Neben den technischen Werten beeinflusst der Standfuß, wie gut sich ein Monitor an die eigene Sitzposition anpassen lässt. Eine Höhenverstellung, die Möglichkeit zu neigen und bei manchen Modellen eine Drehung in die Hochkantstellung wirken sich direkt darauf aus, wie ermüdungsfrei du über mehrere Stunden am Bildschirm arbeitest. Ein Modell ohne diese Verstellmöglichkeiten lässt sich zwar meist mit einer separaten Halterung nachrüsten, das treibt die Gesamtkosten aber zusätzlich in die Höhe.
Blaulichtfilter und Bildwiederholrate ohne Ruckeln
Wer viele Stunden am Stück vor dem Monitor sitzt, achtet zunehmend auf Funktionen gegen Augenermüdung, etwa eine Reduzierung des Blauanteils im Licht oder ein flimmerfreies Backlight. Beide Funktionen lassen sich bei den meisten Monitoren zusätzlich zur normalen Bildeinstellung aktivieren, ohne dass die übrige Bildqualität darunter leidet. Wichtiger für ein ruckelfreies Bild ist zusätzlich eine Synchronisationsfunktion zwischen Grafikkarte und Monitor, die verhindert, dass ein Bild mitten im Bildaufbau wechselt und dadurch ein sichtbarer Bildriss entsteht. Diese Funktion setzt oft einen bestimmten Anschluss und eine passende Grafikkarte voraus, ein Blick in die technischen Angaben vor dem Kauf lohnt sich deshalb zusätzlich zu Auflösung und Bildwiederholrate.
Bevor du bestellst
Welche Spezifikationen bei einem Laptop-Bildschirm eine ähnliche Rolle spielen, liest du im Beitrag Laptop kaufen: Auf diese Spezifikationen achten. Wie sich Panel-Typen und Sitzabstand bei Fernsehern auswirken, erklärt der Beitrag Fernseher: Paneltyp, Größe und richtiger Abstand, die Grundprinzipien lassen sich auf den Schreibtisch übertragen. Was bei Gewährleistung und Bundles im Elektronikbereich zu beachten ist, steht im Beitrag Elektronik online kaufen. Aktuelle Angebote findest du unter Kategorien, wie unsere Prüfung von Codes generell funktioniert, steht unter So funktioniert's.
Häufige Fragen
Bringt eine höhere Auflösung auf jedem Monitor mehr Schärfe?
Nur im Verhältnis zur Bildschirmgröße. Auf einem kleinen Bildschirm macht eine höhere Auflösung vor allem Elemente kleiner, ohne dass bei üblichem Sitzabstand ein deutlicher Schärfegewinn wahrnehmbar wird.
Brauche ich eine hohe Bildwiederholrate für Büroarbeit?
In der Regel nicht. Für Textarbeit, Videokonferenzen und normales Surfen reicht die Standardrate aus, ein spürbarer Vorteil einer höheren Bildwiederholrate zeigt sich vor allem bei schnellen Bewegungen wie in Spielen.
Warum reicht HDMI nicht immer für die volle Bildwiederholrate?
Ältere HDMI-Versionen übertragen hohe Auflösung und hohe Bildwiederholrate nicht gleichzeitig in voller Höhe. Ein DisplayPort-Anschluss unterstützt diese Kombination bei vielen aktuellen Grafikkarten zuverlässiger.
Lohnt sich ein teurer Standfuß mit Höhenverstellung?
Für gelegentliche Nutzung kaum, für tägliche Arbeit über mehrere Stunden kann sich eine gute Verstellmöglichkeit spürbar auf die Ermüdung auswirken. Fehlt sie am Monitor selbst, lässt sie sich meist über eine separate Halterung nachrüsten, allerdings gegen Aufpreis.