Gefälschte Online-Shops sind kein neues Phänomen, aber sie werden technisch immer ausgefeilter. Statt einer plump zusammenkopierten Seite wirken viele Fake-Shops auf den ersten Blick professionell, mit ordentlichem Design und scheinbar seriösen Produktbildern. Wer weiß, worauf genau zu achten ist, kann solche Seiten aber meist innerhalb weniger Minuten entlarven, bevor Geld überwiesen wird.
Sieben Merkmale, die aufmerksam machen sollten
Kein einzelnes Merkmal beweist für sich allein, dass ein Shop unseriös ist. In der Summe geben sie aber ein deutliches Bild:
- Ein fehlendes, unvollständiges oder offensichtlich ausgedachtes Impressum ohne ladungsfähige Adresse und ohne nachvollziehbaren Verantwortlichen
- Eine auffällige Internetadresse, etwa eine bekannte Marke mit einer ungewöhnlichen Endung oder einem zusätzlichen Wortbestandteil, der beim genauen Hinsehen auffällt
- Preise, die deutlich unter allem liegen, was sonst am Markt für ein vergleichbares Produkt verlangt wird, ohne dass eine nachvollziehbare Rabattaktion dahintersteht
- Gütesiegel, die abgebildet sind, aber nicht auf die Seite der prüfenden Stelle verlinken oder dort nicht auffindbar sind
- Auffällig schlechtes oder erkennbar maschinell übersetztes Deutsch in Produktbeschreibungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen
- Als einzige Zahlungsart wird Vorkasse per Überweisung angeboten, während gängige Zahlungsarten wie Rechnung, Lastschrift oder Kreditkarte fehlen
- Ein extremer Zeitdruck durch Countdown-Anzeigen oder Hinweise auf angeblich fast ausverkaufte Bestände bei jedem einzelnen Artikel
Vor allem die Kombination aus mehreren dieser Punkte ist ein deutliches Warnsignal, selbst wenn die Seite auf den ersten Blick professionell wirkt.
Echte Gütesiegel von gefälschten unterscheiden
In Deutschland und Österreich gelten einige wenige Gütesiegel als anerkannt und regelmäßig geprüft, etwa Siegel, die von unabhängigen Prüforganisationen vergeben werden. Ein echtes Siegel lässt sich in der Regel anklicken und führt dann zu einer Bestätigungsseite der prüfenden Organisation, auf der der konkrete Shop namentlich als geprüft aufgeführt ist. Fehlt dieser Klick-Mechanismus, oder führt der Link ins Leere oder auf eine völlig andere Seite, handelt es sich häufig um eine bloße Grafik ohne echte Prüfung dahinter.
Werkzeuge zur Prüfung nutzen
Verbraucherzentralen bieten kostenlose Prüfwerkzeuge an, mit denen sich eine Shop-Adresse gegen eine Datenbank bekannter Fake-Shops abgleichen lässt. Ein solcher Check dauert nur wenige Sekunden und ersetzt zwar keine eigene Aufmerksamkeit, liefert aber einen schnellen ersten Hinweis, wenn ein Shop bereits einschlägig aufgefallen und gemeldet worden ist. Ergänzend hilft eine kurze Suche nach dem Shopnamen zusammen mit Begriffen wie Erfahrungen oder Betrug, um zu sehen, ob andere Käuferinnen und Käufer bereits negative Erfahrungen öffentlich gemacht haben.
Der zweite Blick auf Bewertungen
Auch Kundenbewertungen lassen sich fälschen, weshalb ein einzelner Blick auf eine hohe Sternebewertung wenig aussagt. Aufschlussreicher ist, ob Bewertungen unterschiedlich formuliert sind, ob es auch kritische Stimmen gibt und ob die Bewertungsplattform selbst unabhängig vom Shop betrieben wird. Häufen sich auffällig viele sehr kurze, fast identisch klingende positive Bewertungen innerhalb weniger Tage, ist das eher ein Warnsignal als eine Bestätigung. Auch das Gründungs- oder Registrierungsdatum der Internetadresse kann ein Hinweis sein: Wurde eine Domain erst vor wenigen Wochen registriert, obwohl der Shop angeblich schon lange am Markt ist, passt das nicht zusammen.
Wenn der Verdacht sich bestätigt
Wurde bereits bezahlt und der Verdacht auf einen Fake-Shop erhärtet sich, sollte zügig die eigene Bank oder der genutzte Zahlungsdienst kontaktiert werden, um eine Rückbuchung zu prüfen. Bei einer Überweisung ist das schwieriger als bei einer Lastschrift oder Kreditkartenzahlung, weshalb sich gerade bei unbekannten Shops eine Zahlungsart mit Rückholmöglichkeit lohnt. Zusätzlich kann eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll sein, auch wenn eine Rückerstattung dadurch nicht garantiert ist.
Dieser Beitrag beschreibt allgemeine Warnzeichen und ersetzt keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheidet die konkrete Prüfung des jeweiligen Shops. Alle bei uns gelisteten Shops werden vor der Aufnahme geprüft, mehr dazu steht auf der Seite So funktioniert es, ein Überblick über die Shops findet sich auf der Shopseite.
Haeufige Fragen
Reicht ein professionelles Design als Nachweis für einen seriösen Shop?
Nein, ein gutes Design allein sagt nichts über die Seriosität aus. Entscheidender sind Impressum, echte Gütesiegel, realistische Preise und verfügbare Zahlungsarten mit Rückholmöglichkeit.
Woran erkenne ich ein gefälschtes Gütesiegel?
Ein echtes Siegel lässt sich anklicken und führt zu einer Bestätigungsseite, auf der der Shop namentlich gelistet ist. Führt der Klick ins Leere oder gar nicht erst weiter, ist Vorsicht angebracht.
Was tun, wenn ich bereits bei einem Fake-Shop bezahlt habe?
Zeitnah die eigene Bank oder den Zahlungsdienst kontaktieren und eine Rückbuchung prüfen lassen, zusätzlich kann eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll sein.