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31. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit · Kategorien und Termine

Reifen online kaufen: Größenangaben, Kennzeichnungen und Montage verstehen

Reifen online zu bestellen spart oft Zeit, setzt aber voraus, dass man die Angaben auf der alten Reifenflanke oder im Fahrzeugschein richtig liest. Wer die Zahlenfolgen und Kürzel einmal verstanden hat, kann beim Kauf viel sicherer entscheiden, statt sich allein auf die Empfehlung eines Shops zu verlassen. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Angaben ein: Größenbezeichnung, EU-Reifenlabel, Herstellungsdatum und die Winterreifenpflicht in Deutschland und Österreich.

Die Reifengröße Zahl für Zahl

Eine Bezeichnung wie 205/55 R16 91V wirkt zunächst kryptisch, folgt aber einem festen Schema. Die 205 steht für die Nennbreite des Reifens in Millimetern, gemessen von Flanke zu Flanke. Die 55 dahinter ist das sogenannte Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent: Die Flankenhöhe entspricht 55 Prozent der Breite, bei 205 Millimetern also rund 113 Millimeter. Das R kennzeichnet die Radialbauweise, die bei modernen Pkw-Reifen praktisch Standard ist. Die 16 gibt den Felgendurchmesser in Zoll an, muss also zur Felge des Fahrzeugs passen. Die 91 dahinter ist der Lastindex und beschreibt, wie viel Gewicht ein einzelner Reifen tragen darf, in diesem Beispiel etwa 615 Kilogramm. Der abschließende Buchstabe, hier V, ist der Geschwindigkeitsindex und legt die zulässige Höchstgeschwindigkeit fest, bei V sind das 240 Kilometer pro Stunde. Alle diese Werte stehen auch in der Zulassungsbescheinigung, und beim Kauf sollte die neue Bereifung mindestens den dort eingetragenen Werten entsprechen.

Das EU-Reifenlabel richtig lesen

Seit dem 1. Mai 2021 gilt in der Europäischen Union ein überarbeitetes Reifenlabel, das für Pkw-, Van-, Bus- und Lkw-Reifen verpflichtend ist. Es bewertet drei Eigenschaften in Klassen von A bis E: die Kraftstoffeffizienz, die vor allem vom Rollwiderstand abhängt, die Nasshaftung, also wie kurz der Bremsweg auf nasser Fahrbahn ausfällt, und das externe Rollgeräusch. Früher wurde das Rollgeräusch nur mit einem Schallwellen-Symbol und einem Dezibel-Wert dargestellt, inzwischen gibt es dafür ebenfalls eine Klasseneinteilung. Händler sind verpflichtet, diese Werte den Kundinnen und Kunden zugänglich zu machen, auch beim Kauf im Internet. Es lohnt sich, die Klassen nicht isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenhang mit dem tatsächlichen Einsatzzweck: Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, wird andere Prioritäten setzen als jemand, der überwiegend in der Stadt fährt.

Die DOT-Nummer verrät das Alter

Ein Reifen kann optisch neuwertig wirken und trotzdem schon einige Jahre alt sein, denn Gummi verändert sich auch ungenutzt in der Lagerung. Auskunft gibt die DOT-Kennung auf der Reifenflanke, die oft nur auf einer Seite des Reifens aufgedruckt ist. Die letzten vier Ziffern dieser Nummer geben Herstellungswoche und -jahr im Format WWJJ an, seit dem Jahr 2000 durchgehend vierstellig. Die Endung 2318 bedeutet demnach: hergestellt in der 23. Kalenderwoche des Jahres 2018. Beim Online-Kauf lohnt sich ein Blick auf diese Angabe, wenn sie im Angebot sichtbar ist, oder eine kurze Nachfrage beim Händler, besonders wenn die Reifen längere Zeit im Lager gestanden haben könnten.

Winterreifenpflicht in Deutschland und Österreich

In Deutschland gibt es keine starre Kalenderpflicht, sondern eine situative Winterreifenpflicht nach der Straßenverkehrsordnung: Bei Glätte, Schneematsch sowie Reif- oder Eisglätte müssen entsprechend ausgerüstete Reifen montiert sein. Seit dem 1. Oktober 2024 reicht dafür die frühere M+S-Kennzeichnung allein nicht mehr aus, verbindlich vorgeschrieben ist seither das Alpine-Symbol, ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke, das auch als 3PMSF bezeichnet wird. Die Pflicht gilt zudem nur dann als erfüllt, wenn alle vier Räder passend bereift sind, nicht nur die Antriebsachse. Wer bei winterlichen Bedingungen mit ungeeigneten Reifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg.

In Österreich gilt ebenfalls eine situative Ausrüstungspflicht, allerdings zeitlich eingegrenzt vom 1. November bis zum 15. April. Sie greift bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen wie Schnee, Matsch oder Eis und betrifft das tatsächliche Fahren, nicht das bloße Abstellen des Fahrzeugs. Die Regelung gilt für Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen. Zulässig sind Reifen mit der Kennzeichnung M+S, M.S. oder M&S, die bei Radialbauweise mindestens vier Millimeter Profiltiefe aufweisen müssen. Wer über die Grenze zwischen beiden Ländern pendelt, sollte beide Regelungen im Blick behalten, da sie sich im Zeitraum und in den Details unterscheiden.

Montage, Auswuchten und Einlagerung

Auch der günstigste Online-Kauf bringt wenig, wenn die Reifen anschließend nicht fachgerecht montiert werden. Nach dem Aufziehen gehört das Auswuchten dazu, damit sich das Rad gleichmäßig dreht und keine Vibrationen im Lenkrad entstehen. Viele Fachbetriebe bieten inzwischen feste Termine für die Direktanlieferung von online bestellten Reifen an, sodass die Bestellung direkt in die Werkstatt geliefert wird. Wer zwischen Sommer- und Winterreifen wechselt, sollte auch über eine Einlagerung des jeweils nicht benötigten Satzes nachdenken, entweder zu Hause an einem trockenen, kühlen Ort oder gegen eine Gebühr beim Reifenhändler oder in der Werkstatt.

Wer sich einen Überblick über Anbieter rund um das Fahrzeug verschaffen will, findet in der Kategorie Auto & Fahrzeuge passende Shops. Da sich die Regelungen zur Winterreifenpflicht zwischen Deutschland und Österreich unterscheiden, kann sich auch ein Blick in die Länderübersicht lohnen, bevor eine Bestellung ins Nachbarland geht. Einen Gesamtüberblick über alle gelisteten Händler bietet die Seite Alle Shops.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Lastindex bei einer Reifengröße?

Der Lastindex, zum Beispiel die 91 in 205/55 R16 91V, gibt an, welches Gewicht ein einzelner Reifen maximal tragen darf. Bei 91 sind das rund 615 Kilogramm. Dieser Wert sollte nicht unterschritten werden.

Reicht die M+S-Kennzeichnung in Deutschland noch für die Winterreifenpflicht?

Nein, seit dem 1. Oktober 2024 ist zusätzlich das Alpine-Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke vorgeschrieben. Eine reine M+S-Kennzeichnung ohne dieses Symbol erfüllt die Pflicht nicht mehr.

Wie finde ich heraus, wie alt ein Reifen wirklich ist?

Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer auf der Reifenflanke geben Herstellungswoche und -jahr an. Die Zahl 2318 steht beispielsweise für die 23. Kalenderwoche des Jahres 2018.

Gilt die Winterreifenpflicht in Österreich zu festen Terminen?

Nein, sie ist an Zeitraum und Wetter gekoppelt: Vom 1. November bis 15. April müssen bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen passende Reifen montiert sein, außerhalb dieser Bedingungen besteht keine Pflicht.

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