Gratisartikel statt Rabatt: was er wert ist
Was ein Gratisartikel ist und wie er sich von einem Rabatt unterscheidet
Ein Gratisartikel statt Rabatt bedeutet, dass ein Shop dir ab einem bestimmten Bestellwert oder beim Kauf eines bestimmten Produkts einen zusätzlichen Artikel ohne Aufpreis dazulegt, statt den Preis deiner Bestellung direkt zu senken. Der Gesamtbetrag, den du bezahlst, bleibt dabei unverändert. Was sich ändert, ist der Inhalt deines Pakets.
Das unterscheidet einen Gratisartikel grundlegend von einem Prozent- oder Euro-Rabatt, bei dem der zu zahlende Betrag tatsächlich sinkt. Ein Gratisartikel ist eine Zugabe, kein Preisnachlass, auch wenn beide Formen in der Werbung oft ähnlich als Vorteil dargestellt werden.
Warum der angegebene Wert nicht automatisch dein Vorteil ist
Shops geben für einen Gratisartikel häufig einen Wert an, etwa in Klammern hinter der Produktbeschreibung. Dieser Wert sagt aber nur, was der Artikel laut Shop kostet, nicht, wie viel er dir persönlich nützt. Ein Artikel, den du sowieso gekauft hättest, ist für dich in voller Höhe eine Ersparnis. Ein Artikel, den du niemals separat gekauft hättest, ist dagegen wenig wert, selbst wenn der angegebene Betrag hoch aussieht.
Für den Vergleich mit einem klassischen Rabatt zählt deshalb dein eigener Bedarf mehr als die Zahl, die der Shop dem Gratisartikel zuschreibt.
Hilfreich ist die Frage, ob du bereit wärst, den Artikel separat zu einem eigenen Preis zu kaufen. Fällt die Antwort klar mit Nein aus, bleibt der angegebene Wert eine reine Rechengröße des Shops, ohne dass sie deinem tatsächlichen Vorteil entspricht.
Rechenbeispiel: Gratisartikel gegen Prozentrabatt
Angenommen, deine Bestellung liegt bei 60 Euro. Ein Shop bietet ab diesem Betrag entweder einen Gratisartikel mit angegebenem Wert von 8 Euro oder wahlweise einen Rabattcode mit 10 Prozent auf die gesamte Bestellung. Der Rabattcode senkt deinen Betrag von 60 auf 54 Euro, eine sichere Ersparnis von 6 Euro.
Der Gratisartikel bringt dir nur dann mehr, wenn du ihn tatsächlich für mehr als 6 Euro gekauft hättest. Brauchst du ihn gar nicht, liegt dein tatsächlicher Vorteil bei null, obwohl der angegebene Wert höher als die Rabattersparnis wäre.
Wenn der Schwellenwert dich zu einem größeren Einkauf verleitet
Viele Aktionen mit Gratisartikel sind an einen Mindestbestellwert gekoppelt, der über dem liegt, was du eigentlich kaufen wolltest. Angenommen, dein Warenkorb liegt bei 45 Euro, der Gratisartikel wird aber erst ab 60 Euro freigeschaltet. Um die 15 Euro Differenz aufzufüllen, legst du einen weiteren Artikel dazu, den du sonst nicht gekauft hättest.
Am Ende hast du 15 Euro mehr ausgegeben, um einen Artikel im angegebenen Wert von vielleicht 8 Euro zu bekommen. Rechnerisch ist das keine Ersparnis, sondern eine zusätzliche Ausgabe von 7 Euro, selbst wenn sich die Aktion in der Werbung nach einem Vorteil anhört.
Wann ein Gratisartikel wirklich einen Vorteil bringt
Ein Gratisartikel lohnt sich vor allem dann, wenn du den Artikel unabhängig von der Aktion sowieso gebraucht hättest, etwa eine kleinere Ausführung eines Produkts, das du ohnehin regelmäßig nutzt. In diesem Fall entspricht der Vorteil ungefähr dem Betrag, den du sonst für diesen Artikel separat bezahlt hättest, unabhängig davon, welchen Wert der Shop selbst angibt.
Er lohnt sich außerdem, wenn der Mindestbestellwert ohnehin erreicht wird, weil du bereits genug in den Warenkorb gelegt hast. Dann ist der Gratisartikel eine echte Zugabe ohne zusätzliche Ausgabe.
Was bei einer Rückgabe mit dem Gratisartikel passiert
Schickst du den Artikel zurück, an dessen Kauf der Gratisartikel gekoppelt war, verlangen manche Shops, dass auch der Gratisartikel mit zurückgeschickt wird, oder sie ziehen dessen angegebenen Wert von der Rückerstattung ab. Das steht meist in den Bedingungen zur jeweiligen Aktion. Behältst du den Gratisartikel, obwohl du den Hauptartikel zurückschickst, kann es sein, dass du am Ende für eine Zugabe bezahlst, die du eigentlich nicht wolltest.
Bevor du eine größere Rücksendung planst, lohnt sich deshalb ein Blick darauf, ob ein Gratisartikel Teil der Bestellung war und was die Bedingungen dazu vorsehen.
Bevor du dich für den Gratisartikel entscheidest
- Frag dich, ob du den Artikel auch ohne die Aktion separat gekauft hättest.
- Vergleiche, wenn möglich, den Gratisartikel mit einem alternativ angebotenen Rabattcode in Euro.
- Rechne nach, wie viel du für den zusätzlichen Bestellwert wirklich ausgibst, wenn der Schwellenwert höher liegt als dein ursprünglicher Warenkorb.
- Prüfe die Bedingungen zur Rückgabe, bevor du den Hauptartikel zurückschickst.
Wie sich eine 3-für-2-Aktion auf den echten Stückpreis auswirkt, erklären wir im Beitrag 3-für-2-Aktionen: echter Stückpreis. Wie sich Rabatte auf den günstigsten Artikel berechnen, liest du im Beitrag Rabatt auf den günstigsten Artikel berechnen. Was zu Mindestbestellwerten und Ausschlüssen bei Gutscheinen gehört, steht im Beitrag Mindestbestellwert, Ausschlüsse, Kombinierbarkeit. Aktuelle Aktionen nach Kategorie findest du auf der Seite Kategorien.
Häufige Fragen
Ist ein Gratisartikel immer weniger wert als ein Rabatt in gleicher Höhe?
Nicht zwangsläufig, das hängt von deinem eigenen Bedarf ab. Brauchst du den Artikel wirklich, entspricht der Vorteil ungefähr dem, was du sonst dafür bezahlt hättest. Brauchst du ihn nicht, ist ein direkter Rabatt in Euro die sicherere Ersparnis.
Muss ich den Gratisartikel bei einer Rückgabe mitschicken?
Das hängt von den Bedingungen des jeweiligen Shops ab. Häufig ja, oder der angegebene Wert wird von der Rückerstattung abgezogen. Ein Blick in die Aktionsbedingungen vor der Rücksendung schafft Klarheit.
Warum wirkt ein Gratisartikel oft großzügiger, als er ist?
Weil der angegebene Wert vom Shop festgelegt wird und nicht unbedingt dem entspricht, was der Artikel für dich persönlich wert ist. Ein hoher angegebener Betrag bei einem Artikel, den du nicht brauchst, bleibt für dich trotzdem ohne echten Nutzen.
Lohnt es sich, den Warenkorb für einen Gratisartikel aufzustocken?
Nur, wenn die zusätzlichen Artikel für sich genommen einen Wert für dich haben. Sonst gibst du am Ende mehr aus, als der Gratisartikel dir tatsächlich einspart.