Adventskalender kaufen: Inhalt und Preis pro Tür
Früher war es Schokolade hinter Pappe. Heute gibt es Kalender mit Kosmetik, Tee, Gewürzen, Bier, Socken, Werkzeug oder Spielfiguren, und manche kosten so viel wie ein Wochenendeinkauf. Wer einen Adventskalender kaufen will, steht im Oktober vor einer Wand aus Angeboten, und fast jedes wirbt mit einem Wert, der weit über dem Preis liegt.
Ob sich so ein Kalender rechnet, lässt sich mit etwas Kopfrechnen ziemlich gut beantworten. Du brauchst dafür drei Dinge: den Preis, die Zahl der Türen und eine ehrliche Liste, was drin ist. Der Rest ist Rechnen und ein bisschen Selbsterkenntnis.
Preis pro Tür: die wichtigste Zahl
Teile den Kaufpreis durch die Zahl der Türen. Das klingt banal, verändert aber den Blick. Nicht jeder Kalender hat 24 Türen. Manche haben 12, manche 25 oder mehr, und hinter einigen Türen stecken nur Karten mit Sprüchen oder ein Rabattcode statt eines Produkts. Zähl nur die Türen, hinter denen etwas steckt, das du nutzen würdest.
Dann vergleich den Preis pro Tür mit dem, was du im Laden für ein einzelnes Produkt dieser Art zahlst. Ein Teebeutel ist kein Wert von mehreren Euro, eine Probetube Handcreme auch nicht. Bei Lebensmitteln hilft der Grundpreis: Wie viel kostet die Schokolade im Kalender pro 100 Gramm im Vergleich zur normalen Tafel? Mehr dazu im Beitrag Mogelpackungen und Grundpreise.
Der angegebene Adventskalender-Wert
Viele Kalender werben mit „Inhalt im Wert von“ und einer Zahl, die deutlich höher liegt als der Preis. Dieser Wert wird meist so berechnet: Die Proben werden anteilig nach dem Preis der großen Packung bewertet und dann zusammengezählt. Eine Mini-Tube mit einem Zehntel des Inhalts wird also mit einem Zehntel des Ladenpreises angesetzt, oder manchmal großzügiger.
Das ist rechnerisch nicht falsch, sagt aber wenig darüber aus, was der Kalender dir bringt. Du würdest die meisten Produkte nie in voller Größe kaufen. Ähnlich wie bei einer unverbindlichen Preisempfehlung ist der Wert vor allem eine Vergleichszahl, die der Anbieter selbst wählt.
Rechenbeispiel: 89 Euro für 24 Türen
Angenommen, ein Kosmetikkalender kostet 89 Euro und hat 24 Türen. Pro Tür sind das 89 durch 24, also rund 3,71 Euro. Der Anbieter gibt einen Wert von 250 Euro an. Dahinter stehen 6 Produkte in Originalgröße zu je 15 Euro, zusammen 90 Euro, und 18 Proben, die mit je 8,90 Euro angesetzt sind, zusammen 160,20 Euro. Macht 250,20 Euro.
Jetzt die ehrliche Liste. Von den 24 Produkten würdest du 12 wirklich benutzen. Dann zahlst du pro nützlicher Tür 89 durch 12, also rund 7,42 Euro. Sind darunter die 6 großen Produkte, die du sonst ohnehin für 90 Euro kaufen würdest, hat sich der Kalender gelohnt. Sind es vor allem Proben, eher nicht.
Adventskalender für Erwachsene: worauf achten
Kalender für Erwachsene sind oft teurer und thematisch enger. Bei Bier, Wein oder Spirituosen gilt: Die Flaschen sind klein, der Preis pro Liter liegt meist deutlich über dem normalen Kauf. Bei Kosmetik lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe, besonders bei empfindlicher Haut. Wer bestimmte Stoffe nicht verträgt, sollte vorher prüfen, ob die Liste der Produkte veröffentlicht ist. Hinweise zu Haltbarkeit und Chargennummer findest du im Beitrag Kosmetik: Chargennummer, Haltbarkeit, Verträglichkeit.
Ein weiterer Punkt: Viele Kalender enthalten Produkte, die sich doppeln oder die du schon besitzt. Manche Anbieter nennen den kompletten Inhalt vorab, andere machen ein Geheimnis daraus. Ein Kalender mit offener Liste ist leichter einzuschätzen.
Kalender für Kinder
Bei Kinderkalendern mit Spielfiguren oder Bausteinen stellt sich eine andere Frage. Hier geht es weniger um den Wert als um die Freude beim Öffnen und um Sicherheit. Schau auf die Altersangabe auf der Packung. Kleinteile sind für jüngere Geschwister ein Problem, auch wenn der Kalender eigentlich für das ältere Kind gedacht ist. Worauf die Angaben hinweisen, erklärt der Beitrag Spielzeug: Altersangaben und Sicherheitsnormen.
Bei Schokoladenkalendern lohnt der Blick aufs Gewicht. Zwei Kalender im gleichen Karton können sehr unterschiedlich viel enthalten, und das Mindesthaltbarkeitsdatum sollte über den Dezember hinausreichen.
Selbst befüllen oder fertig kaufen
Die Alternative ist ein leerer Kalender, den du selbst füllst. Angenommen, du legst in jede der 24 Türen etwas für durchschnittlich 3 Euro, dann bist du bei 72 Euro, dazu kommt der Kalender selbst. Das ist nicht unbedingt günstiger, aber jede Tür enthält etwas, das zur Person passt. Wer einzelne Teile gebündelt kauft, sollte trotzdem rechnen, ob das Paket günstiger ist als einzeln.
Zeitpunkt, Lieferung und Rückgabe
Die beste Auswahl gibt es im Herbst. Beliebte Kalender sind oft schon im November vergriffen. Nach dem ersten Dezember fallen die Preise dagegen, manchmal deutlich, weil kaum jemand einen Kalender ab Tag fünf beginnen will. Wer bei Preisnachlässen genau hinsieht, findet in der EU den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angegeben. So erkennst du, ob der Rabatt echt ist.
Bestellst du online, plane genug Lieferzeit ein. Ein Kalender, der am dritten Dezember ankommt, verliert seinen Sinn. Innerhalb der EU gilt bei Online-Käufen das Widerrufsrecht von 14 Tagen, aber sobald du Türen öffnest und Produkte nutzt, ist eine Rückgabe praktisch keine Option mehr. In der Schweiz gelten eigene Regeln. Mehr zum Timing in der Vorweihnachtszeit steht im Beitrag Weihnachtsgeschäft: Lieferfristen im Advent.
Häufige Fragen
Wie rechne ich den Preis pro Tür aus?
Teile den Kaufpreis durch die Zahl der Türen, hinter denen tatsächlich ein Produkt steckt. Noch aussagekräftiger ist es, nur die Produkte zu zählen, die du auch nutzen würdest.
Stimmt der angegebene Wert eines Adventskalenders?
Er ist meist hochgerechnet: Proben werden anteilig mit dem Preis der großen Packung bewertet. Das sagt wenig darüber, was dir der Inhalt tatsächlich wert ist.
Wann sind Adventskalender am günstigsten?
Nach dem ersten Dezember sinken die Preise oft. Dann ist die Auswahl allerdings kleiner, und die ersten Tage sind schon vorbei. Für den eigenen Gebrauch kann sich das trotzdem lohnen.
Kann ich einen geöffneten Kalender zurückgeben?
Sobald Türen geöffnet und Produkte benutzt sind, in der Regel nicht mehr. Für ungeöffnete Kalender gilt bei Online-Käufen in der EU in der Regel das Widerrufsrecht, in der Schweiz eigene Regeln.